Was ist ein Styleguide?

Ein Styleguide ist ein Handbuch, das die Fundamente für alle gestalterischen Entscheidungen vorgibt. Er ist selbst innerhalb des Markendesigns gestaltet und beinhaltet detailreiche Angaben, damit sich alle Erzeugnisse von beauftragten Designern einheitlich in ein Gesamtbild einfügen.

Ein Styleguide gleicht einem Navigationssystem. Das Ziel wird vorgegeben. Designer können klar formulierte Werte nutzen, um messbar „korrekte“ Anwendungen zu entwerfen. Gleichzeitig sind die Freiheiten des Designers gesichert. Wie bei einem guten Navigationsgerät kann man eigene Routen wählen und von jedem Punkt aus zum Ziel geführt werden.

Was sind die Vorteile eines Styleguides?

Einer der größten Vorteile ist dessen Klarheit. Devinitive Strukturen und Angaben muss es geben, denn sie sind ein Garant für Konsistenz und Einheitlichkeit. Darüber hinaus werden Proportionen definiert. Man sieht die Wirkung eines Gesamtwerkes. Wenn ein Styleguide sich selbst merkwürdig, also unstimmig anfühlt, merkt man bereits, dass im Markendesign nachgebessert werden muss. Er ist nach Kapiteln gegliedert, beinhaltet Beschreibungen und Hintergrundinformationen.

Ein Styleguide ist das Grundgesetz der Markenkommunikation. Und dennoch hat er einen kaufmännischen Vorteil: Designer müssen nicht ständig das Rad neu erfinden – das spart Geld.

Die Brand Consistency ist für Marken der Schlüssel zu der Erinnerung der Kunden. Der Styleguide ist das Mittel zu diesem Zweck. Hat sich vielleicht ein Designer nicht an den Styleguide gehalten? Schriftart falsch? Farbwert weicht ab? Layout Grid nicht eingehalten? Das Ergebnis ist klar: Der Kunde erinnert sich nicht an das Markenbild oder verbindet das Medium nicht mit dem Markenbild, dass er eigentlich erwarten würde. Dieses Phänomen ist eigentlich klar, wenn wir daran denken, dass wir machmal Gesichter nur schwer wiedererkennen, weil sich die Frisur verändert hat oder eine neue Brille hinzugekommen ist. Marken müssen immer identifizierbar bleiben.

Feste Elemente in einem Styleguide

Es gibt Elemente, die in jedem Guide fest verankert sein müssen. Zu diesen gehören die Definition und numerische Vorgabe folgender Bestandteile:

  • Logo und dessen Anwendungsmöglichkeiten
  • Schriftarten und -schnitte, Anwendung, Text und Bild
  • Web-Alternativen zu den Schriften
  • Schriftgrößen und Zeilenabstände
  • Symbole (Icons) und deren Anwendung
  • Vorgaben zu Formaten (DIN, US, Web, etc.)
  • Farben, ausformuliert in den verschiedenen technischen Formaten (RGB/Hexadezimal, etc.) und Definition von Farbverläufen, sofern verwendet
  • Angaben zum Layout, Grundlinienraster, Absatzformate, etc.
  • Stilistik von Bildern, Infografiken und Illustrationen
  • Angabe von Bezugsquellen (BAM oder DAM, Stock-Lieferanten, etc.)
  • neben Definition des „How-to“ auch Definition von „Don’ts“

Variable Elemente in einem Styleguide

Eine sehr inspirierende Möglichkeit des Styleguides ist die Darstellung von Mockups. Nach Seiten über Definitionen und Vorgaben kann ein kleines Portfolio an konkreten Beispielen die zuweilen streng anmutende Lesung aufbrechen und Designer zu eigenen Lösungen anregen. Mockups können sehr vielfältig sein:

  • Plakate
  • Ladengestaltung
  • Website
  • Anzeigen in Magazinen / Zeitungen
  • Visitenkarten
  • Broschüren
  • Flyer
  • Kundenkarten
  • Mailings
  • Bücher
  • Apps
  • TV Commercials
  • Web Banner
  • u.v.m.

Was ist ein Micro-Styleguide?

Ein Micro-Styleguide beinhaltet nur die wesentlichsten Informationen und Erklärungen. Das Firmenlogo, Farbwerte, BAM- und DAM-Zugang und Schriftarten können hierbei unter anderem definiert werden, um zügige Kommunikation für Eilaufträge zu gewährleisten.