Produktdesign

Schönheit liegt vielleicht im Auge des Betrachters. Aber nur Relevanz sorgt dafür, dass es weiterhin Betrachter gibt. Produktdesign ist ein sehr fein abgestimmter Bereich, in dem es um Entscheidungen bis in die kleinsten Details geht. Material, Formen, Farbe, Größe, Gewicht, Verarbeitung, Qualität, Funktion, etc. haben alle einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung als Gesamtes. Ein Mensch sieht etwas, fasst es an, merkt Besonderheiten.

Hier ein paar Beispiele: Liebhaber von Uhren kennen die feinsten Unterschiede, sind leidenschaftlich angezogen von unbeschreiblichen Qualität und Wertigkeit. Ein edles, starkes Auto, das neben großartigen visuellen und haptischen Parametern auch noch ein unter die Haut gehendes Fahrgefühl bietet, wird wie zu einem Schatz für den Besitzer. Produktdesign muss jedoch auch praktisch sein. Eltern beispielsweise achten bei Produkten, wie Kinderwagen, auf ganz andere Merkmale, wie deren Gewicht und leichte Bedienbarkeit.

Generell gilt aber immer: Ein Kunde soll ein Produkt begehren und auch nach längerer Zeit beim nüchternen Blick noch verstehen, warum er es erworben hat. Wenn dies der Fall ist, darf man von hochwertigem Produktdesign sprechen.

Transfer der Marken DNA in die Formensprache

Unternehmen, die statt oder neben einer Dienstleistung auch materielle Produkte anbieten, müssen sehr darauf achten, dass diese als Teil und Erzeugnis desselben wahrgenommen werden.

Gerade im Automobil-Sektor kann man verstehen, was hiermit gemeint ist. Ein neues Auto muss sichtlich aus dem Unternehmen stammen, also damit sofort identifizierbar sein. Experimente bringen Fortschritt. Aber wenn nur noch das angebrachte Logo an den Ursprung innerhalb einer Marke erinnert, wurden Fehler gemacht. Es gibt einige Unternehmen in dieser Industrie, die es geschafft haben, über Jahrzehnte hinweg relevant zu bleiben und gleichzeitig eine höchst diverse Produkt-Familie zu erschaffen. Stellt man deren Fahrzeuge chronologisch nebeneinander, sieht man deutliche Entwicklungsstufen. Zugleich aber auch deutliche Merkmale der Zugehörigkeit innerhalb einer Marke. Selbst wenn Autohersteller Taschen, Sonnenbrillen oder andere Produkte herstellen, tragen diese deutlich die Handschrift der Marke und gliedern sich stimmig in ein Gesamtbild ein.

Ein Beispiel, um „Formensprache“ besser zu verstehen, ist die Körpersprache. Anatomisch verändert sich nichts an einem Menschen, nur seine Form (Haltung). Wir verstehen dies oft intuitiv als Ausdruck von dessen Gefühlen. Produkte können genauso als „mutig“, „fröhlich“, etc. wahrgenommen werden.

Wenn die Marken-DNA die Formensprache bestimmen soll, müssen alle gestalterischen Entscheidungen von ihr aus begründet werden. Wie bei der echten DNA: Alle aus ihr entwickelten Zellen beinhalten die Information, um welchen Menschen es sich handelt.